Corona bringt die Welt ins Wanken. Wir haben Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte in unserem Umfeld befragt, wie sie die Krise erlebt haben. In diesem Interview sprechen wir mit Herbert Spirk, Bürgermeister von Loipersdorf und Betriebsrat der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KaGes). Herbert Spirk erzählt über die großen Herausforderungen in seinen Positionen und den sich kurzfristig ergebenen positiven Entwicklungen. Abschließend verrät er, wie er nach stressigen Tagen wieder zur Ruhe kommt. 

Corona, wie haben Sie die Zeit empfunden und erlebt – einerseits in Ihrer Tätigkeit als Bürgermeister und andererseits als Betriebsrat der KaGes. Was waren die besonderen Herausforderungen?

Das Leben hat eine Entschleunigung erfahren, war aber für Risikogruppen, Personen in Kurzarbeit und solche, die um ihren Arbeitsplatz fürchten mussten, sehr belastend. Die Umsetzung, der von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen, die vorbildlich und höchst erforderlich waren, waren in jedem Bereich für mich eine Herausforderung. Wir, in der Gemeinde Bad Loipersdorf, hatten bisher das Glück bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Infektionen zu verzeichnen. Dies wohl auch deshalb, weil der Großteil die Gemeindebevölkerung bereit war und ist, die Covid-19-Maßnahmen anzunehmen und umzusetzen. Im LKH Fürstenfeld ist es leider Mitte Juli zu einem Todesfall aufgrund des Corona-Virus gekommen. Die Kontaktpersonen wurden sofort in Quarantäne gestellt.

Haben sich im Zuge der Krise auch positive Entwicklungen ergeben? Wenn ja, welche? 

Die einzig positive Entwicklung – wenn überhaupt – kann ich nur darin sehen, dass eine Rückbesinnung auf das Wesentliche erfolgte. Das Aufmerksamkeitsfenster erhöht sich beträchtlich, wenn Menschen Zeit haben. In Krisenzeiten zeigt sich die Komplexität und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie. Nach dem Lockdown hat sich diese Entwicklung aber rasant wieder ins Gegenteil gekehrt.

Viele Unternehmen und Selbstständige stehen finanziell gerade vor einer brenzligen Situation. Was ist ein Tipp, den Sie mitgeben können, um im eigenen Unternehmen wieder „richtig Gas“ zu geben?

In erster Linie ist es für Betriebe wichtig, die nächste Zeit zu überbrücken und so weit als möglich, die zur Verfügung stehenden Hilfestellungen des Bundes, Landes und der Gemeinden in Anspruch zu nehmen.

Gerade im Pflege- und Medizin-Bereich hat die Zeit des Lockdowns viele dort tätige Menschen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht. Gibt es einen Tipp, den Sie mitgeben können bzw. den Sie vielleicht selbst verwenden, um ganz schnell „runter“ bzw. zur Ruhe zu kommen?

Nicht nur das Pflege- und Medizinpersonal auch die Mitarbeiter im Handel und in vielen anderen Bereichen waren in dieser Zeit sehr gefordert und haben, wenn man so will, das System am Leben erhalten. Für sie ist es ganz besonders wichtig, ihre Freizeit sinnvoll und entspannend zu nutzen. Mein Ruhepol ist die wunderbare Landschaft in der Gemeinde Bad Loipersdorf, die ich bei meinen Radtouren genieße und die zu meiner Erholung beiträgt.

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