Europäischen Kommission gibt grünes Licht für den Fixkostenzuschuss. Nun haben auch Kleinunternehmer gute Möglichkeiten einen Zuschuss zu den Fixkosten zu erhalten. Neben einer großzügigeren Definition von Fixkosten gibt es auch eine Pauschalierungsmöglichkeit – Unternehmen bis 100.000 Euro Jahresumsatz können pauschal 30 % des Umsatzausfalls als Fixkosten ansetzen. Die Antragstellung für Phase zwei beginnt am 23. November und endet am 31. Dezember 2020. 

Stand, 23. November 2020

Der Fixkostenzuschuss wird bei coronabedingten Umsatzausfällen um weitere sechs Monate verlängert und in Phase 2 neu gestaltet: So soll der Zuschuss insb. für Kleinunternehmen leichter zugänglich sein und für Betriebe aus besonders betroffenen Branchen soll eine 100-prozentige Übernahme von Fixkosten ermöglicht werden. Die Höhe orientiert sich an der Höhe des Umsatzausfalles im jeweiligen Betrachtungszeitraum. Ab September kann der Bonus aber schon bei einem Ausfall von 30 Prozent des Normalumsatzes beantragt werden statt bisher 40 %. Damit können möglichst viele Betriebe quer durch alle Branchen unterstützt werden. Die verbesserten Rahmenbedingungen gehen auch mit einer Erweiterung der förderbaren Fixkosten einher, sodass die AfA, die fiktive AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter sowie frustrierte Aufwendungen und Personalaufwendungen, die für den Erhalt des Mindestbetriebes notwendig sind, geltend gemacht werden können. Leasingraten werden zur Gänze übernommen. Gerade für besonders betroffene Branchen wie beispielsweise Reisebüros, Kinos oder die Busbranche sind diese Anpassungen sehr wichtig. Erfreulich ist, dass die EU-Kommission auch grünes Licht für den erweiterten Fixkostenzuschuss nach befristetem Beihilferahmen mit einem Volumen von bis zu 3 Millionen Euro gegeben hat. Die Antragstellung für Phase 2 ist ab 23. November 2020 und bis 31. Dezember 2021 möglich.

Die Kriterien im Überblick

In der zweiten Phase können Anträge für bis zu maximal sechs Betrachtungszeiträume, die zeitlich zusammenhängen müssen, gestellt werden. Letzter Betrachtungszeitraum ist der 16.2.2021 bis 15.3.2021.

Neu ist, dass bereits ab 30% (bisher 40%) Umsatzausfall ein Zuschuss gewährt wird. Der Fixkostenzuschuss ist in der Phase II pro Unternehmen mit maximal € 5 Mio begrenzt. Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als € 100.000 im letztveranlagten Jahr können einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 30% des Umsatzausfalles beantragen.

Die Fixkosten können – in Abhängigkeit vom Umsatzausfall –  bis zu 100% (bisher 75%) ersetzt werden. Zusätzlich zur Phase I können Leasingraten, AfA und endgültig frustrierte Aufwendungen – etwa bereits getätigte Vorleistungen von Reiseveranstaltern für stornierte Reisen – abgerechnet werden.

AfA und Leasingraten können auch rückwirkend für den Betrachtungszeitraum für den Fixkostenzuschuss Phase I angesetzt werden.

Unterschiede zu Phase 1

Im Vergleich zur Phase I wurden insbesondere folgende Änderungen vorgenommen:

  • Ausdehnung des Betrachtungszeitraums bis 15.03.2021
  • Anträge können für 6 weitere Betrachtungszeiträume gestellt werden
  • Erweiterung der förderfähigen Fixkosten
  • Reduzierung des notwendigen Umsatzausfalls auf 30%
  • Wahlrecht zur pauschalen Ermittlung der Fixkosten bei einem Vorjahresumsatz von weniger als TEUR 100
  • Fixkostenzuschuss proportional zum Umsatzausfall

Die wesentlichen Key Facts lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Ausdehnung Betrachtungszeiträume und linearer Aufbau

Der erste mögliche Betrachtungszeitraum für die Beantragung des Fixkostenzuschusses Phase II ist der Zeitraum 16.06.2020 bis 15.07.2020. Der letzte Betrachtungszeitraum läuft vom 16.02.2021 bis zum 15.03.2021. Anträge können für bis zu maximal sechs Betrachtungszeiträume gestellt werden, die zeitlich zusammenhängen müssen.

Hinweis: Anträge für die Zeiträume vom 16.03.2020 bis 15.06.2020 müssen weiterhin im Rahmen des Fixkostenzuschusses Phase I gestellt werden.

Der Fixkostenzuschuss berechnet sich linear (bei 35 % Umsatzausfall Erstattung von 35 % der Fixkosten) anstatt in Stufen (bei 40 % Ausfall 25 % Ersatz). Der Zuschuss wird schon ab 30 % statt 40 % Umsatzausfall gewährt.

Der Betrachtungszeitraum ist von 16. Juni 2020 bis 15. März 2021 festgelegt, wobei für sechs zusammenhängende Monate ein Antrag gestellt werden kann. Die quartalsweise Berechnungsmöglichkeit bleibt bestehen.

Die Obergrenze wird von Euro 90 Mio. auf Euro 5 Mio. eingeschränkt.

Die Auszahlung erfolgt in zwei Tranchen:

  • Die erste Tranche kann voraussichtlich noch im September beantragt werden und umfasst 50 % des voraussichtlich auszubezahlenden Betrags.
  • Die zweite Tranche wird voraussichtlich mit 16. Dezember beantragbar.

Erweiterung der Fixkostenkategorien

Die Definition der Fixkosten wird um AfA, fiktive Abschreibungen für bewegliche Wirtschaftsgüter und frustrierte Aufwendungen ergänzt. Leasingraten werden zur Gänze übernommen; Wenn die AfA bzw. fiktive AfA beantragt wird, nur der Finanzierungskostenanteil des Leasings.

Durch neue Richtlinie zu Phase 2 ist jetzt klargestellt: Auch Geschäftsführerbezüge eines Gesellschafter- Geschäftsführers (sofern nicht nach dem ASVG versichert) können bei Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft geltend gemacht werden.

Möglichkeit der Pauschalierung für Betriebe unter Euro 100.000 Vorjahresumsatz.

Die Antragstellung

Anträge können demnächst für die erste Tranche von 50% gestellt werden. Die Stellung eines Antrags auf Gewährung eines FKZ II erfolgt ausschließlich gegenüber der COFAG. Technische Schnittstelle für die Einbringung der Anträge an die COFAG auf Auszahlung (der einzelnen Tranchen) des FKZ II ist ausschließlich das Verfahren FinanzOnline. Für das Verfahren FinanzOnline erteilte Vollmachten erstrecken sich auf die Beantragung von Fixkostenzuschüssen. Die Höhe der Umsatzausfälle und Fixkosten ist durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter zu bestätigen, die auch die Beantragung vornehmen.

SW Tipp: Der Fixkostenzuschuss-Phase 1 sollte jedenfalls plangemäß beantragt werden, falls die entsprechenden Kriterien (insbesondere Umsatzausfall) im Zeitraum zwischen 16.03.2020 bis 15.06.2020 vorlagen. In Bezug auf den Zeitraum ab dem 16.06.2020 sollte geprüft werden, ob die Voraussetzungen für den Fixkostenzuschuss Phase 2 erfüllt sind. In diesem Fall können die neuen Fixkostenkategorien (insbesondere AfA, Leasingraten) von Betrachtungszeiträumen der Phase 1 nachgeholt werden.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Beantragung des Fixkostenzuschusses und stehen Ihnen für Fragen zur Verfügung.

Richtlinie für den Fixkostenzuschuss Phase II

Einen Factsheet zu den Förderrichtlinien finden Sie auch auf der Seite der WKO.