Gestundete Abgabenrückstände werden automatisch bis 30. Juni 2021 verlängert. Das im Anschluss anzuwendende COVID-19 Ratenzahlungsmodell soll Liquiditätsprobleme verhindern. SVS versendet Mahnungen als Aufruf, um die Rückführung gemeinsam zu diskutieren.  

Stand, 24. Februar

Die gesetzlich verlängerte Frist, in der kein zusätzlicher Antrag erforderlich ist, galt ursprünglich bis 31.03.2021 und wurde nun auf den 30.06.2021 verlängert. Alle zwischen 26.9.2020 und 28.2.2021 fällig werdenden Abgaben werden somit automatisch (ohne weiteren Antrag!) bis zum 30.06.2021 gestundet. Das COVID-19 Ratenzahlungsmodell soll danach die schrittweise Rückführung von Beiträgen und Abgaben ermöglichen, ohne Liquiditätsprobleme auszulösen. 

Dieses Ratenzahlungsmodell gilt für Abgabenschulden an Finanzverwaltung (FAQ: Das Corona-Hilfspaket: Alle Fragen und Antworten (bmf.gv.at), ÖGK (Schrittweiser Abbau von coronabedingten Beitragsrückständen (gesundheitskasse.at) ) bzw. BVAEB (COVID-19 Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe (bvaeb.at).

Bei den Finanzämtern kann im Zeitraum 4. März bis 30. Juni 2021  ein Antrag nach den Bestimmungen über das COVID-19-Ratenzahlungsmodell gestellt werden. In der Sozialversicherung steht den Unternehmen ein elektronischer Antrag für das Ratenzahlungsmodell ab Anfang März in WEBEKU zur Verfügung.

Das Modell im Überblick: 

  • In der Phase 1 des COVID-19-Ratenzahlungsmodells können die COVID-bedingten Abgabenrückstände bei Finanz- und Zollämtern binnen 15 Monaten von Ende April 2021 bis Juni 2022 beglichen werden.

    Ist die Rückzahlung des gesamten ausstehenden Betrags bis Juni 2022 nicht möglich, wurden aber zumindest 40 % beglichen, kann in der Phase 2 dieses Modells die Rückzahlung binnen weiterer 21 Monate, also bis längstens März 2024, erfolgen. 

  • ÖGK/BVAEB: In einem ersten Schritt ist vorgesehen, dass die aufgelaufenen Rückstände aus den Beitragszeiträumen Februar 2020 bis Februar 2021 bis zum 30. Juni 2021 zu begleichen sind. Aus diesem Grund werden im Februar 2021 Zahlungsinformationen verschickt. 

    Beitragszeiträume Februar bis April 2020

    Als Zahlungsziel fur verzugszinsenfrei gestundete Beitrage gilt der 30.6.2021.


    Beitragszeiträume Mai bis Dezember 2020

    Beitrage, für die bereits Ratenzahlungen Oder Stundungen bestehen, können abweichend von der jeweils bereits getroffenen Vereinbarung bis spätestens 30.6.2021 eingezahit werden. Bestehende Vereinbarungen mit der OGK können jedoch auch aufrecht bleiben und die Zahlungen wie bisher fortgeführt werden.


    Beitragszeiträume Jänner bis Mai 2021

    Für die Beitragszeiträume Jänner bis Mai 2021 kann die OGK bei glaubhaften coronabedingten Liquiditätsproblemen Stundungen bis 30.6.2021 gewahren.


    Beitragszeiträume ab Juni 2021

    Ab dem Beitragszeitraum Juni 2021 gelten die herkommlichen Zahlungsfristen.

    Ratenvereinbarungen

    Kann das Zahlungsziel per 30.6.2021 nicht erfüllt werden, sind bei coronabedingten Liquiditätsproblemen Ratenzahlungen bis längstens 30.9.2022 möglich. Ein Ratenantrag steht ab 1.6.2021 in WEBEKU zur Verfugung. Die Verzugszinsen werden ab 1.7.2021 bis 30.9.2022 von 2 % auf 1,38 % reduziert. Bestehen trotz intensiver Bemühungen der Betriebe zum 30.9.2022 noch Rückstande, kann die OGK unter strikt einzuhaltenden und strengen Voraussetzungen Erleichterungen für weitere 21 Monate – also bis maximal 30.6.2024 – gewahren (Raten).

  • Die SVS geht für weitere Zahlungserleichterungen den Weg der individuellen Lösungen. Aus diesem Grund versendet sie auch Mahnungen. Diese sind als Aufruf zu verstehen, sich bei der SVS zu melden, um auf den Einzelfall zugeschnittene Pakete zu schnüren. Das können neuerliche Stundungen, Ratenzahlungen oder die Herabsetzung der Beitragsgrundlage sein.

    Die SVS hat uns versichert, dass sie unbürokratisch vorgeht und gemeinsam mit den Selbständigen jeweils passende Lösungen sucht. Gleichzeitig geht es um eine vorausschauende, über die Pandemie hinausgehende Betrachtung, da sich die Beitragshöhe direkt auf die Pensionshöhe auswirkt.

    Weitere Informationen zu den Maßnahmen der SVS finden Sie hier.
  • Für Bankkredite ist nach zehn Monaten der gesetzliche Rahmen für Stundungen per Ende Jänner 2021 ausgelaufen. Bitte sprechen Sie im Bedarfsfall mit Ihrer Hausbank, um eine individuelle Lösung für Sie zu finden. Die österreichischen Banken werden alles daran setzen, Sie bestmöglich auch in dieser Phase der Pandemie zu unterstützen.

Stundungszinsen/Säumniszuschläge/Anspruchszinsen sind bis 30. Juni 2021 ausgesetzt

Die Nichtfestsetzung von Stundungszinsen sowie Säumniszuschlägen soll ebenfalls bis zum 30.06.2021 ausgeweitet werden. Darüber hinaus sollen für die Veranlagungszeiträume 2019 und 2020 keine Anspruchszinsen vorgeschrieben werden.

Zahlungserleichterung und Herabsetzung von Steuern und Abgaben durch das Finanzamt bis 30. Juni 2021

Das BMF hat eine Information über Sonderregelungen betreffend Coronavirus erstellt und stellt zusätzlich ein eigenes Formular zur Beantragung von steuerlichen Erleichterungen zur Verfügung. Dieses kann per Mail an den Postkorb corona@bmf.gv.at gesendet werden. Für Unternehmen mit FinanzOnline-Zugang werden Anträge in der Regel direkt mittels der Funktion „VZ-Herabsetzung“ oder „Zahlungserleichterungen“ gestellt. Alternativ kann über FinanzOnline auch das Formular SR 1-CoV unter „Sonstige Services/Sonstige Anbringen“ hochgeladen und eingebracht werden.

Alle Informationen können Sie via BMF abrufen. 

Kontaktieren Sie uns gerne aus ganz Österreich in unserer Steuerberatungskanzlei in Graz unter +43 316 23 21 29 – 00 oder schreiben Sie uns.